NZZ am Sonntag Selbstbetrachtungen Headhunter Erik Wirz, NZZaS

Erik Wirz im Interview mit der NZZ am Sonntag NZZaS

von: Zuza Speckert

Selbstbetrachtungen: Erik Wirz hängt an Struktur und Ordnung, weil sie sein Denken befreien

Der Headhunter ist ein «Aufräumer» und hängt an Struktur und Ordnung. Ob seine Jeans gebügelt sind, ist ihm dagegen egal.

Was macht einen Person schön? ” Die Begeisterung in ihren Augen.”

 

Was ist das Beste daran, wenn man wie Sie ein Headhunter ist? Menschen zusammenbringen, die einander ideal ergänzen. Das Vertrauen von Menschen zu erhalten.  Mit jedem Mandat neue Menschen, Bedürfnisse, Firmen, Märkte, Organisationen und Herausforderungen kennenlernen zu dürfen. Menschen glücklich machen. Was treibt Sie an? Neugierde und Spass am Leben. Was steht bei Ihnen immer im Kühlschrank? Roter Thomy-Senf & Greyerzer Käse. Wem haben Sie zuletzt ein Kompliment gemacht? Wofür? Meinem Sohn für sein Engagement im Tennis, meiner Tochter für ihre Klavier-Performance. Neulich ein Kompliment bekommen? Wofür? Von einem Freund, weil ich da bin, wenn er mich braucht. Ein neuer Ort, den Sie in den letzten 12 Monaten entdeckt haben? Das Vallemaggia neu entdeckt. Ihr aktuelles Projekt? Einen Unternehmer einer führenden Technologie Firma bei der Besetzung seines neuen Verwaltungsrats begleiten. Unsere Firma für den nächsten Wachstumsschritt fit machen. Haben Sie eine gute Beziehung zum Spiegel? Meine Kinder sind für mich der beste Spiegel. Mit Ihnen lerne ich jeden Tag aufs Neue, woran ich bei mir arbeiten muss. Ihr Lieblingsmuseum? Die Uffizien und die Accademia die Belle di Arti in Florenz. Bei uns in der Schweiz die Fondation Beyeler. Wenn Sie viel Zeit hätten: Was würden Sie anpacken? Ein Studium in Neurowissenschaften absolvieren.  Neben Ethik, Kreativität und emotionaler Intelligenz benötigen wir auch ein umfassendes Verständnis in Neurowissenschaften. Wofür sind Sie dankbar? Dass meine Familie und ich gesund sind, und ich im Leben Demut lernen durfte. Was zu verlieren wäre für Sie das Schlimmste? Mein Vertrauen, den Humor und meine positive Grundeinstellung zum Leben. Wofür geben sie unnötig viel Geld aus? Für Kunst; primär Foto- und Comic-Art. Meine Frau und ich betrieben zusammen eine Galerie für unentdeckte Schweizer Künstler. Wir kaufen auf unseren Reisen regelmässig zeitgenössische Kunst. Welchem Genussmittel sind Sie zugetan? Frischem Fisch, japanischem Whiskey, kubanischen Zigarren. Was, würden Sie sagen, können Sie besonders gut? Menschen verstehen und ihre Bedürfnisse erkennen. Ein Rat, den Sie Ihrem zwanzigjährigen Selbst geben würden? Mach eine Weltreise. Was ist Ihnen völlig egal? Ob meine Jeans gebügelt ist. Ein Lebensprinzip? Alles kommt zurück. Respekt, Grosszügigkeit, Herzlichkeit und Ehrlichkeit zahlen sich immer aus. Was macht eine Person schön? Die Begeisterung in ihren Augen.  Welche Zwänge oder Ticks haben Sie? Ich bin ein «Aufräumer», Struktur und Ordnung befreien mein Denken.  Wovor fürchten Sie sich am meisten? Vor dem Verlust des gesunden Menschenverstands in der Gesellschaft. Worauf sind Sie am stolzesten? Auf unsere Kinder. Ihre grösste Niederlage?  Mich zwischenmenschlich getäuscht zu haben. In einem Menschen, der mir nahestand. Ein Moment, der Ihr Leben verändert hat? Als ich meine erste Firma gründete. Welches Problem, das sie früher hatten, haben Sie heute nicht mehr? Im Stau stehen. Was würden Sie tun, wenn es keine Angst gäbe? Mein Leben ist zum Glück nicht von Angst geprägt. Woran glauben Sie, woran Sie Sie früher nicht geglaubt haben? Dass wir als Menschen nicht annähernd unser Potential ausnutzen und dass es sich lohnt, jemandem eine zweite Chance zu geben. Was meinen Sie: An welcher Weg-Gabelung im Leben befinden sie sich gerade? An keiner. Ihre Traum-Gästeliste für ein Abendessen? Maximal fünf Leute! Platon, David A. Sinclair, Elon Musk, Andreas Gursky und Dostojewski. Warum sind Ihre Freunde Ihre Freunde? Es ist nie langweilig mit ihnen. Stundelange Gespräche, Innehalten und still gemeinsam den Moment geniessen, oder wie Kinder Blödsinn machen.

 

 

Bio-Box:

Erik Wirz ist der Gründer des Headhunting-Unternehmens Wirz & Partners. Die Firma vermittelt Verwaltungsrat Mitglieder und Führungskräfte in den Bereichen Technologie, Digitalisierung, IT, Management-Beratung, Pharma, Medizintechnik und Gesundheitswesen