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Teil 1: BVG 2026 – Ein System im Wandel

Die berufliche Vorsorge in der Schweiz steht 2026 unter dem Einfluss tiefgreifender Veränderungen. Die Zahlen sind eindeutig: Die Anzahl der Pensionskassen ist in den letzten zehn Jahren um rund ein Drittel gesunken – von über 2'000 auf 1'320 Einrichtungen. Dieser Rückgang ist Ausdruck eines strukturellen Wandels, der weit über reine Zahlen hinausgeht. Immer mehr Unternehmen geben ihre eigenen Vorsorgeeinrichtungen auf und schliessen sich Sammel- oder Gemeinschaftsstiftungen an.

Die Gründe sind vielfältig: steigende regulatorische Anforderungen, Effizienzdruck, Digitalisierung und der Wunsch nach Skaleneffekten.

 

Jon Samuel Plotke,  CEO
ASSEPRO AG

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Konsolidierung, Individualisierung, Innovation – Erfolgsfaktoren im BVG-Markt
Die zunehmende Regulierung und der Fachkräftemangel machen Grössenvorteile und Synergien im BVG-Markt unverzichtbar. Konsolidierung ist dabei keine Bedrohung, sondern eine klare Chance – Kompetenz und Effizienz werden entscheidend. Erfolgreiche Strategien im KMU-Segment sind diejenigen, welche fokussiert auf die Bedürfnisse der KMU eingehen. Flexibilität und Geschwindigkeit und dies zu einem günstigen Preis ist das Motto. Die Zukunft gehört der Individualisierung. Digitalisierung ist der Schlüssel dazu – sie macht personalisierte Angebote überhaupt erst effizient umsetzbar. Ohne digitale Prozesse ist Individualisierung zu aufwändig und angesichts des Fachkräftemangels nicht realisierbar. ESG bleibt relevant, ist aber kein Unterscheidungsmerkmal mehr. Demografische Veränderungen verlangen neue Wege: Technologie, flexible Arbeitsmodelle und ortsunabhängige Strukturen schaffen Zugang zu knappen Talenten.

 

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Martin Baltiswiler

Leiter Vorsorge

ASSEPRO AG

 

 

 

 

Gleichzeitig zeigt sich das BVG-System widerstandsfähig. Die durchschnittliche Netto-Vermögensperformance der Vorsorgeeinrichtungen lag 2023 bei 5,1 %, der Deckungsgrad stieg auf 113,5 %. Das Altersguthaben der aktiven Versicherten wurde mit durchschnittlich 2,16 % verzinst – deutlich über dem BVG-Mindestzinssatz von 1,00 %. Diese Zahlen belegen die Stabilität des Systems, verdecken aber nicht die Herausforderungen, die sich hinter den Kulissen auftun.

Ein besonders aufschlussreicher Trend zeigt sich bei den Neurentner:innen: 41 % entschieden sich 2023 für den ausschließlichen Kapitalbezug, 40 % für eine Rente und 19 % für eine Kombination aus beidem. Diese Entwicklung deutet auf ein wachsendes Bedürfnis nach Flexibilität und Selbstbestimmung hin – und stellt die Anbieter vor neue Anforderungen.
Auch die Vermögensverteilung ist bemerkenswert: Ende 2022 verwalteten die Schweizer Pensionskassen insgesamt 1'066 Milliarden Franken. Davon entfielen allein 866 Milliarden auf die 334 analysierten Vorsorgeeinrichtungen. Die Spannweite der Anlagerenditen über zehn Jahre beträgt bis zu 25 Prozentpunkte – ein Indiz für die zunehmende Bedeutung professioneller Anlagestrategien und Risikomanagement.

Die Konsolidierung des Marktes ist nicht nur eine Folge regulatorischer Entwicklungen, sondern auch ein strategischer Prozess. Sie verändert die Kräfteverhältnisse und schafft neue Dynamiken.

 

Die Frage ist nicht mehr, ob sich der Markt verändert – sondern wer sich in diesem Wandel behaupten kann.

 

Was bedeutet diese Entwicklung für die Anbieter? Wer profitiert von der Konsolidierung – und wer verliert an Relevanz?

👉 Im nächsten Teil analysieren wir die Gewinner der neuen Marktordnung und zeigen, welche Akteure sich strategisch richtig positionieren.

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Sobald der nächste Teil veröffentlicht wird

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