Executive Summary
Ein international tätiges, börsenkotiertes Industrieunternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Franken stand vor der Aufgabe, im Rahmen einer Organisationsumstrukturierung eine neu definierte Schlüsselposition zu besetzen: den Head of Business Services & Enterprise Applications. Das Anforderungsprofil war zu Beginn des Mandats noch nicht vollständig ausgereift – es verlangte nach einem erfahrenen Führungsprofil mit tiefem SAP-Know-how und gleichzeitig der Fähigkeit, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und Veränderungen aktiv einzuleiten.
Durch intensive Profildefinitionsarbeit zu Beginn des Mandats, gezielte Direktansprache geeigneter Führungskräfte und einen eng getakteten Auswahlprozess konnte die Position innerhalb von weniger als vier Monaten erfolgreich besetzt werden. Der gewonnene Kandidat überzeugte nicht nur fachlich, sondern entsprach auch in seiner Persönlichkeit und Haltung exakt dem, was das Unternehmen in dieser Phase benötigte.
Ausgangssituation & Herausforderung
Eine Schlüsselrolle im Umbau – mit offenem Anforderungsprofil und hohem Zeitdruck
Das Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern von Maschinen und Systemen für die Blechbearbeitung. Industrie 4.0 ist dort keine Zukunftsvision, sondern gelebte Realität: Smart Factory, IoT-Anbindung, Augmented Reality und Robotik prägen das operative Geschäft. An mehreren internationalen Standorten werden Produktionsmaschinen und Softwarelösungen entwickelt und gefertigt.
Im Zuge einer umfassenden Neuausrichtung der IT-Organisation wurde die Rolle Head of Business Services & Enterprise Applications geschaffen. Die künftige Stelleninhaberin oder der künftige Stelleninhaber sollte die gesamte Verantwortung für Business Applications übernehmen – von der strategischen Positionierung der Applikationslandschaft über internationale Rollouts bis hin zu Governance, Budget und Teamführung. Dabei war nicht nur tiefe SAP-Expertise gefragt, sondern ebenso die Bereitschaft und Fähigkeit, den Status quo zu analysieren, neue Impulse einzubringen und eine klassisch aufgestellte Business Application Organisation zu einem Business Enabler für die gesamte Firmengruppe weiterzuentwickeln.
Erschwerend kam hinzu, dass der Auftraggeber zu Beginn des Mandats selbst erst kurz im Unternehmen war und die Position unter erheblichem Zeitdruck besetzen musste. Das Anforderungsprofil war damit kein fertiges Dokument, das nur noch kommuniziert werden musste – es war eine offene Frage, die gemeinsam beantwortet werden sollte.
Kernherausforderungen
- Neu geschaffene Funktion mit noch nicht abschliessend definiertem Anforderungsprofil
- Hoher Zeitdruck: Besetzung sollte wenige Wochen nach eigenem Stellenantritt des Auftraggebers erfolgen
- Breites Kompetenzspektrum gefragt: SAP-Expertise, internationale Rollouterfahrung, Führungsstärke und Innovationsbereitschaft
- Applikationslandschaft mit rund 40 Teammitgliedern und Budgetverantwortung im zweistelligen Millionenbereich
- Laufende Grossprojekte (S/4-Migration, Microsoft-Rollout) verlangten nach sofortiger Einsatzbereitschaft
Unser Ansatz
Profildefinition als Beratungsleistung – bevor die eigentliche Suche begann
Vor dem Einstieg in die aktive Suche stand eine intensive Arbeitsphase mit dem Auftraggeber, die weit über eine klassische Anforderungsaufnahme hinausging. Gemeinsam wurde diskutiert, welche fachlichen Fähigkeiten tatsächlich unverzichtbar sind, welche Persönlichkeitsmerkmale die Rolle in diesem spezifischen Unternehmenskontext erfolgreich machen – und welche Schwerpunkte sich aus der laufenden Transformation der IT-Organisation ergaben.
Diese Phase glich in ihrer Tiefe und ihrem Charakter einer Beratung zur Organisationsentwicklung. Erst auf Basis dieser gemeinsam erarbeiteten Grundlage konnte das Suchprofil mit der notwendigen Präzision am Markt positioniert werden. Das Ergebnis war ein differenziertes Zielbild, das technische Kompetenz, Führungspersönlichkeit und kulturelle Passung gleichermassen in den Vordergrund stellte.
Strategische Leitlinien:
- SAP-Kompetenz und Microsoft-Know-how als Pflichtanforderungen – kombiniert mit Erfahrung in internationalen Enterprise Application Rollouts
- Nachgewiesene Fähigkeit, eine Organisation vom reinen IT-Dienstleister zum aktiven Gestalter von Geschäftsprozessen weiterzuentwickeln
- Industrieverständnis aus relevanten Branchen: produzierende Industrie, Maschinenbau, Lebensmittel oder Pharma
- Kommunikationsstärke auf allen Ebenen – von technischen Teams bis zum Executive Board
- Erfahrung mit Change Management und komplexen Stakeholder-Konstellationen in internationalen Matrixstrukturen
Such- & Auswahlprozess
Strukturiert, detailorientiert und konsequent auf Verbindlichkeit ausgerichtet
Auf Basis des geschärften Profils wurde eine systematische Marktanalyse durchgeführt. Die daraus resultierenden Direktansprachen richteten sich an Führungskräfte, die fachlich und persönlich zur Rolle und zum Unternehmen passten. Besonderes Augenmerk galt dabei nicht nur dem ersten Eindruck, sondern dem Gesamtbild, das sich im Laufe mehrerer Interaktionen ergab.
Der Auftraggeber wurde in jeder Phase eng eingebunden. Rückmeldungen wurden systematisch eingeholt, Einschätzungen kritisch gespiegelt und Entscheidungsgrundlagen so aufbereitet, dass Vergleichbarkeit und Transparenz jederzeit gewährleistet waren.
Prozessschritte im Überblick:
- Systematische Marktanalyse und Identifikation passender Führungsprofile
- Direkte, persönliche Ansprache mit klarer inhaltlicher Positionierung der Rolle
- Mehrstufige Interviews zur fachlichen und kulturellen Evaluation
- Detaillierte Dokumentation aller Interaktionen als Entscheidungsgrundlage
- Präsentation von insgesamt zehn Profilen; nach vier Wochen Shortlist-Präsentation
- Drei Kandidaten in der finalen Interviewrunde
- Laufende Abstimmung und proaktive Beratung des Auftraggebers bei der Entscheidungsfindung
Ergebnis & Kundennutzen
Besetzung in weniger als vier Monaten – mit unmittelbarer Wirkung auf laufende Transformationsprojekte
Trotz des hohen Zeitdrucks und des zunächst offenen Anforderungsprofils konnte die Position innerhalb von weniger als vier Monaten erfolgreich besetzt werden. Der gewonnene Kandidat entsprach dem gemeinsam definierten Zielprofil in vollem Umfang: Er brachte die erforderliche SAP-Tiefe mit, verfügte über Erfahrung mit internationalen Rollouts und überzeugte durch seine Fähigkeit, Veränderungen nicht nur zu managen, sondern aktiv zu gestalten.
Für den Auftraggeber bedeutete die Besetzung mehr als die Beseitigung einer personellen Lücke. Mit der gewonnenen Führungspersönlichkeit erhielt das Unternehmen jemanden, der von Beginn an in die laufenden Grossprojekte – S/4-Migration und Microsoft-Rollout – eingebunden werden konnte und die Business Applications Organisation nachhaltig als strategischen Enabler für die gesamte Firmengruppe positionieren wird.
Der Auftraggeber hob ausdrücklich hervor, dass die Zusammenarbeit auch nach Abschluss des Mandats fortgeführt wurde – mit fortlaufendem Interesse an der Weiterentwicklung der Organisation und einem echten Verständnis für die sich verändernden Anforderungen am Markt.
Mehrwert für den Kunden:
- Erfolgreiche Besetzung trotz zunächst unfertigem Anforderungsprofil und hohem Zeitdruck
- Qualifizierte Entscheidungsgrundlage durch strukturierten, dokumentierten Auswahlprozess
- Sofortige Einsatzfähigkeit des Kandidaten in laufenden Transformationsprojekten
- Entlastung des Auftraggebers durch klare Prozessführung und proaktive Beratung in jeder Phase
- Vertrauensbasierte Zusammenarbeit, die über den Abschluss des Mandats hinaus andauert
Kern-KPIs:
Lessons Learned
Was diese Besetzung möglich gemacht hat – und was andere davon lernen können
- Eine sorgfältige Profildefinition zu Beginn des Mandats ist keine Verzögerung, sondern eine Investition in Qualität und Prozesseffizienz.
- Wo ein Anforderungsprofil noch in Entwicklung ist, braucht es einen Gesprächspartner mit Erfahrung in Organisationsentwicklung – nicht nur im Recruiting.
- Die Qualität des Auswahlprozesses zeigt sich in Details: Wie kommuniziert jemand schriftlich? Wie verhält er sich unter Zeitdruck? Wie schnell reagiert er auf Anfragen? Diese Informationen entstehen im Prozess – wenn man sie systematisch erfasst.
- Zeitdruck und Qualitätsanspruch schliessen sich nicht aus, wenn Prozesse klar strukturiert und Entscheidungsgrundlagen professionell aufbereitet werden.
- Nachhaltige Partnerschaft endet nicht mit dem Vertragsabschluss: Der fortlaufende Dialog mit dem Auftraggeber über Marktveränderungen und Organisationsbedürfnisse schafft echten, langfristigen Mehrwert.